Shortform bis zwei Minuten eignet sich, um überhaupt gefunden zu werden, Longform ab fünf Minuten, um Vertrauen aufzubauen und Fragen zu beantworten. Wer neu anfängt, startet mit Shortform, weil die Reichweite dort billiger zu haben ist. Longform lohnt sich, sobald es eine Zielgruppe gibt, die bereits zuhört.
Die beiden Formate lösen verschiedene Probleme
Die Frage wird oft als Geschmacksfrage behandelt, ist aber eine Frage der Funktion. Kurzvideos arbeiten gegen die Gleichgültigkeit von Menschen, die dich nicht kennen. Lange Videos arbeiten gegen die Zweifel von Menschen, die dich schon kennen und überlegen zu kaufen.
Daraus folgt fast alles andere. Ein Kurzvideo muss in den ersten zwei Sekunden funktionieren, ein Langformat darf sich Zeit nehmen. Ein Kurzvideo wird selten zu Ende gesehen, ein Langformat wird gezielt angeklickt.
Vergleich nach Ziel
| Dein Ziel | Passendes Format | Warum |
|---|---|---|
| Neue Leute erreichen | Shortform | Die Empfehlungssysteme von Instagram und TikTok spielen kurze Clips an Fremde aus |
| Erklären, was du tust | Longform | Ein Ablauf mit mehreren Schritten passt nicht in 30 Sekunden |
| Vertrauen aufbauen | Longform | Zeit vor der Kamera erzeugt Nähe, die ein Schnellschnitt nicht schafft |
| Anzeigen schalten | Shortform | Kurze Clips lassen sich günstig testen und in Varianten ausspielen |
| Bewerber gewinnen | beides | Kurz für die Aufmerksamkeit, lang für den ehrlichen Blick hinter die Kulissen |
| Bestandskunden binden | Longform | Wer schon kauft, schaut auch zehn Minuten |
Was das kostet
Der Preisunterschied ist kleiner, als viele denken. Ein Kurzvideo im Business-Umfang kostet 57 Euro, ein Langformat bis zwanzig Minuten 97 Euro. Pro Minute ist Longform damit deutlich günstiger.
Der wahre Unterschied liegt nicht im Schnittpreis, sondern im Aufwand davor. Für zehn Kurzvideos reicht oft ein Nachmittag Material. Für zehn Langformate brauchst du zehn durchdachte Themen, und das ist die eigentliche Arbeit.
Drei Fehler, die immer wieder passieren
- Langformat zerschneiden und Shortform nennen. Ein Ausschnitt aus einem langen Video hat keinen eigenen Anfang. Er funktioniert selten, weil ihm der Haken in den ersten Sekunden fehlt.
- Hochformat erzwingen. Manche Inhalte brauchen Breite, etwa ein Produkt in seiner Umgebung oder ein Gespräch mit zwei Personen. Ein Querformat in einem Hochformat-Feed ist besser als ein zerschnittenes Bild.
- Mit Longform anfangen. Ein Podcast ohne Publikum ist Arbeit ohne Wirkung. Erst Reichweite, dann Tiefe.
Ein praktikabler Einstieg
Eine Mischung, die sich in der Praxis bewährt hat: zehn bis fünfzehn Kurzvideos für die ersten zwei Monate, dazu ein bis zwei Langformate zu den Fragen, die Kunden dir ohnehin ständig stellen. Danach schaust du, was tatsächlich gelaufen ist, und verschiebst das Verhältnis.
Wichtig ist, dass beides aus demselben Material entstehen kann. Wer an einem Drehtag mit beiden Formaten im Kopf plant, spart sich den zweiten Termin.
Wie lang sollte ein Kurzvideo sein?
Für Instagram, TikTok und YouTube Shorts funktionieren 15 bis 60 Sekunden am besten. Bis zu zwei Minuten sind möglich, wenn der Inhalt es trägt.
Lohnen sich lange Videos überhaupt noch?
Ja, aber nicht für Reichweite. Lange Formate wirken bei Menschen, die dich bereits kennen, und beantworten Fragen vor dem Kauf. Als Einstieg in einen neuen Kanal sind sie ungeeignet.
Kann man beides aus einem Drehtag holen?
Ja, wenn man es vorher plant. Wer an einem Drehtag mit beiden Formaten im Kopf arbeitet, bekommt Kurzvideos und Langformate aus demselben Material.