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01 Praxis

Rohmaterial richtig übergeben: Checkliste für den Videoschnitt

13. August 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet

Rohmaterial überträgst du am besten über WeTransfer, SwissTransfer, Google Drive, Dropbox oder Frame.io. Schicke die Originaldateien direkt von der Kamera oder dem Handy, ohne sie vorher zu bearbeiten, zu komprimieren oder über Messenger zu senden. Ein kurzer Text dazu, was das Ziel ist und welche Teile wichtig sind, spart im Schnitt mehr Zeit als jede technische Vorbereitung.

Rohmaterial richtig übergeben: Checkliste für den Videoschnitt

Die Plattform ist fast egal, der Weg nicht

Für die Übertragung eignet sich jede gängige Plattform. WeTransfer und SwissTransfer sind am unkompliziertesten, weil kein Konto nötig ist. Google Drive und Dropbox sind sinnvoll, wenn regelmäßig Material fließt. Frame.io lohnt sich, wenn viele Personen mitreden.

Entscheidend ist nicht die Plattform, sondern was du hindurchschickst. Der häufigste Fehler ist, Videos über WhatsApp, Telegram oder iMessage zu senden. Diese Dienste rechnen Videos herunter, teilweise auf ein Zehntel der ursprünglichen Datenmenge. Was danach ankommt, lässt sich nicht mehr sinnvoll bearbeiten.

Was du schicken solltest

  • Die Originaldateien. Direkt von Kamera oder Handy, unbearbeitet.
  • Alles, auch die Fehlversuche. Der zweite Anlauf ist oft besser als der, den du behalten wolltest, und Zwischenbilder entstehen häufig aus vermeintlichem Ausschuss.
  • Ton getrennt, falls vorhanden. Wer mit Ansteckmikrofon oder Recorder aufnimmt, schickt diese Spur mit.
  • Logo und Schriftart, falls es Vorgaben gibt.

Was in den Begleittext gehört

Drei Sätze reichen und ersparen mehrere Rückfragen.

  1. Wofür ist das Video? Instagram, Website, Anzeige oder Bewerbung um Mitarbeiter. Das entscheidet über Format, Länge und Tempo.
  2. Was ist der wichtigste Teil? Wenn es eine Stelle gibt, die auf jeden Fall vorkommen muss, nenne den Zeitpunkt.
  3. Gibt es Tabus? Personen, die nicht gezeigt werden dürfen, Bereiche, die nicht ins Bild sollen, oder Aussagen, die raus müssen.

Fünf Fehler, die jeden Schnitt verzögern

  • Material über Messenger schicken. Die Qualität ist danach unbrauchbar.
  • Nur den fertigen Zusammenschnitt schicken. Ohne Rohmaterial lässt sich fast nichts mehr verbessern.
  • Dateien umbenennen. Die Namen der Kamera enthalten Reihenfolge und Zeitstempel. Wer sie ersetzt, macht das Sortieren zur Handarbeit.
  • Links mit Ablaufdatum. WeTransfer-Links laufen ab. Wenn der Schnitt in einer Woche beginnt, ist der Link dann tot.
  • Feedback tröpfchenweise. Gesammelte Rückmeldung in einer Nachricht ist schneller abgearbeitet als sieben einzelne Gedanken über drei Tage.

Wenn kein Material da ist

Dann ist die Übergabe kein Thema, sondern der Dreh. Ein Media Day vor Ort liefert an einem Tag Material für mehrere Monate, inklusive der Zwischenbilder, die beim Selbstdrehen fast immer fehlen.

02 Fragen zum Thema
Wie schicke ich große Videodateien?

Über WeTransfer, SwissTransfer, Google Drive, Dropbox oder Frame.io. Nicht über WhatsApp oder andere Messenger, weil diese die Qualität stark verringern.

Soll ich das Material vorher schneiden?

Nein. Schicke die Originaldateien unbearbeitet. Ein vorgeschnittenes Video lässt sich kaum noch verbessern, weil das Ausgangsmaterial fehlt.

Welche Dateiformate funktionieren?

Alle gängigen Kamera- und Handyformate, etwa MP4, MOV und die Rohformate der jeweiligen Kamera. Eine Umwandlung vorab ist nicht nötig und kostet meist Qualität.

Wie lange dauert der Schnitt danach?

Das hängt von Umfang und Volumen ab. Ein klarer Zeitrahmen wird vor Beginn genannt.